AnDERE stÖrungen

Ängste & Panik ADHS Zwänge Borderline

Angststörungen
Ängste und Angststörungen sind ein Thema unserer Zeit. Man geht davon aus, dass etwa 8,5% der Patienten in deutschen Allgemein-
arztpraxen unter einer Angststörung leiden. Vermutlich liegen die Hauptgründe hierfür nicht in äußeren Veränderungen der realen Welt, sondern in den Einstellungen zur Angst. Wurde in früheren Epochen und Kulturen die Angst oft eher als Herausforderung für den Reifungs-
prozess und die Entwicklung des eigenen Mutes verstanden, so besteht heute eine starke Tendenz, dass sie zur „Eintrittskarte" in eine „Patientenkarriere" wird.
Unser Therapieprogramm ist daher darauf ausgelegt, nicht nur auf der Symptomebene zu reagieren, sondern auch Verständnis für die Ursachen und Zusammenhänge der Angstentwicklung zu fördern.

Das Hauptproblem bei den Angststörungen ist in der Regel nicht die Angst, die persönlich zunächst am schlimmsten empfunden wird, sondern die Vermeidung! Die Tendenz, die angstbesetzten Reize und Situationen zu vermeiden führt zunächst „leider" zu einer Entlastung und Angstminderung. Die nun entstehende „Vermeidungsstörung" ist die zentrale und für die weitere Persönlich-
keitsentwicklung destruktive Problematik, die mit einer ängstlichen Selbstbeobachtung und dem Meiden von sozial wichtigen Situationen und Verhaltensweisen einhergeht.


Aus dem Sprung ins Leere wird ein Sprung zu sich selbst


In der medizinischen Fachsprache unterschiedet man verschiedene Formen von Angststörungen:

Phobien:
Bei einer sogenannten Phobie gibt es bestimmte Situationen (z. B. geschlossene Räume, Aufzüge, freie Plätze) oder Tiere (z. B. Mäuse oder Spinnen), die bei den Betroffenen intensive unangemessene Gefühle der Angst auslösen und on daher ermieden werden bzw. eine Fluchtreaktion auslösen. Gleichzeitig wissen die Betroffenen, dass ihre Reaktion eigentlich unangebracht und übertrieben ist.
Die bekannteste ist die Agoraphobie oder Platzangst. Betroffene habe hier Angst vor offenen Plätzen, dem Betreten von Geschäften, Menschenmengen oder dem benutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln. Dies erhebliche negative Folgen für Ausbildung Studium und Beruf haben, und führt häufig dazu, dass berufliche Zeile nicht erreicht werden können.

  1. Bei der Sozialen Phobie bezieht sich die Angst au Situationen, die Kontakte zu anderen Menschen erfordern.  Hierzu gehören:
  2. Ängste sich in bestimmten sozialen Situationen zu zeigen
  3. Angst in dieser Situation öffentlich erkann und beschämt zu werden
  4. Starke körperliche Reaktionen in öffentlichen Situationen (Herzrasen, Schwitzen, Übelkeit, Atemnot Stimmversagen usw.)
  5. Starkes Vermeidungsverhalten, dadurch oft ausgeprägte Defizite beim normalen Reifungs- und Entwicklungsprozess
  6. Schlechtes Selbstbewusstsein, Angst vor Kritik
  7. Erröten, Zittern der Hände, Vermeidung von Blickkontakt in den entsprechenden Situationen

 


Panikstörungen:
Bei Menschen mit Panikstörungen treten oft plötzlich intensive, höchst unangenehme Angstzustände auf, ohne dass die Betroffenen erklären können warum. Diese Panikanfälle gehen mit einer heftigen körperlichen Reaktion (wie z. B. Herzrasen, Erstickungsgefühle) einher, so dass die Patienten  oft davon ausgehen, ihr Leben sei in akuter Gefahr. Da diese Angstanfälle nicht vorhersehbar sind entwickelt sich häufig Angst vor der Wiederauftreten  der Anfälle, also Angst vor der Angst.


Gemeinsamkeit fördert den Mut!

Generalsierte Angststörung:
Unter dem Begriff „generalisierte Angststörung“ versteht man dass wiederholte Auftreten von Ängsten, die sich nicht auf bestimmte Situationen beziehen. Typisch für Menschen mit einer generalisierten Angst-
störung ist es, dass sie eigentlich immer vor irgendetwas Angst haben und von einer Besorgnis in die nächste geraten. Häufig kommen noch weitere Symptome hinzu wie Nervosität, Zittern, Schlaflosigkeit, diffuse Schmerzen, Schwindel und ein Gefühl der ständigen Anspannung. Therapeutisches Vorgehen bei Angststörungen

Unsere therapeutischen Strategien haben vier Hauptansatzpunkte:

1. Symptomatik verringern

Hier benutzen wir vor allem verhaltensthera-
peutische Strategien z.B.: schrittweise Ex-
position (= Annäherung an die angstbesetz-
ten Situationen),  kognitive Strategien (z.B. Teufelskreisdynamik von Erwartung, ängsti-
genden Körpergefühlen und vermeidenden Verhaltensweisen), Desensibilisierung u.a.

2. Angsthintergrund verstehen
In der tiefenpsychologischen Aufarbeitung der Entstehungsgeschichte kann die Angst-
problematik sinnvoll verstanden werden. Wird die „Botschaft" der Symptomatik aufgegriffen, die meistens auf anstehende Veränderungen im Leben hinweist, dann wird die Sympto-
matik „überflüssig" gemacht und kann verschwinden.

3. Gefühlsausdruck fördern
Wenn man versucht, die Angstgefühle zu kontrollieren, unterdrückt man zumeist auch andere Gefühle wie z.B. Ärger. In den ver-
schiedenen Gruppentherapien (z.B. Musik-, Tanz-, Maltherapie) wird daher der Ge fühls-
ausdruck auf interessante und freundliche Art gefördert.

4. Körperliche Fitness fördern
Angstprobleme „fühlen sich wohl" bei Men-schen mit schlechter Kondition, da hier die Stressreaktion leichter auslösbar ist. Eine normale Kondition, die man z.B. durch 3mali-
ges joggen/walken pro Woche für eine halbe Stunde erreichen kann, macht resistent ge-
gen die übermäßige Intensität von Angst-/Pa-
nikreaktionen ohne die Gefühle zu beein-
trächtigen und ist auch noch gesund!


Kontakt mit der Angst hilft bei deren Überwindung und fördert den Mut!